Quo Vadis Türke?
Was tut ein türkisch-tscherkessischer Junge, der beim Ziegenhüten an der Schwarzmeerküste plötzlich von Goethe träumt? Und dieser Goethe im Traum dem türkisch-tscherkessischen Jungen einen Auftrag erteilt, nämlich, hinzugehen ins gelobte Land Allemagnia und dortselbst mit muselmanischem Witz teutonische Kleinkunst zu betreiben.
Der Junge geht als erstes schnurstracks zu seinem weisen Großonkel Yilmaz und holt die notwendigen Auskünfte ein- was man über die Deutschen an sich, besonders die deutschen Frauen unbedingt wissen sollte. Und was Onkel Yilmaz nicht weiß (eine ganze Menge, wie sich bald herausstellte), erfährt der Junge dann von den deutschen Touristen, die sich schon mal in seine Heimatregion verirren. Also schnürt der germanophile junge Ziegenhirte, inzwischen umfassend informiert, irgendwann seine Ränzel, zieht hinaus in die weite Welt, und landet, nach einer aufregenden Odyssee durch Ulm, endlich in Frankfurt am Main, der Goethe-Geburtsstadt.
Und sofort fühlt er: Hier ist er Mensch, hier darf er sein!
Sehnsüchtig erwartet, von gewaltigen Scharen Satiresüchtiger, lässt sich der ehemalige türkisch-tscherkessische Ziegenhütejunge in der Mainmetropole nieder und fängt an Witze zu erzählen...über sich, Onkel Yilmaz, die Deutschen, die Griechen, die gesamte EU...Und natürlich über Mehmet, seinen Neffen...seine deutsche Ex- Gattin Güsülü...seine türkische Ex- Gattin Emine...seine Mutter, seine Landsleute in der Türkei, über seine Landsleute in Deutschland, über das Leid mit den Leidkulturen...und das alles im Dienste der türkisch-teutonischen Erwachsenenbildung.
Denn PISA lehrt: man kann nie zuviel wissen!...Übrigens, falls Sie es noch nicht gemerkt haben sollten, der türkisch-tscherkessische Ex- Ziegenhütejunge ist natürlich kein geringerer als Sinasi Dikmen.
...und der hat einiges zu erzählen!
Wetten daß?
Texte: Sinasi Dikmen und Wolfgang Marschall
Regie: Wolfgang Marschall

