Mach Kein Theater, Türke
Auch in seinem dritten Soloprogramm, diesmal unter der Regie von Wolfgang Marschall, befasst er sich vornehmlich mit der Integration / Nicht-Integration seiner Landsleute in Deutschland. Immerhin lebt er selbst seit 27 Jahren hier. So mancher frage sich deshalb, b der Türken nur mime. Die deutschen Türken könne man schon in ossimanische und wessimanischen einteilen.
Mehr oder weniger ziehen sich die letzen beiden Beziehungen des Protagonisten als roter Faden durch das Programm. Seine Ex.Frau in spe ist eine emanzipierte Türkin, die ihn auf die Straße gesetzt hat. Da sehnt er sich zu seiner verflossenen Gisela zurück, einer multikulturell veranlagten Post-Feministin, die schon seit Jahren die Selbstbefreiung von Befreiungswahn probt: Putzen und Bügeln gehören ebenso dazu wie den Mann im Ausleben seiner Freiheit zu bestätigen.
Dikmen spielt mit den Klischees und Vorurteilen gegenüber Türken. Seine Versuche, eine Rolle als Mephisto zu bekommen, seien erfolglos gewesen. Ein Türke als Schurke wäre politisch nicht „politically correct“, aber als Faust sei er erst recht undenkbar. Auch wenn der aktuelle Comedy-Boom in Dikmens Augen keine Gnade findet, greift er selbst gerne zu Wortspielen und Kalauern (etwa von „Türke“ über „getürkt“ zu Andreas Türck“). Wie zuletzt bei einigen seiner Kollegen gehören ein selbstrefentieller Kabarett-Exkurs und (nicht ganz ernst gemeinte) philosophische Überlegungen zum Programm.
Texte: Sinasi Dikmen und Wolfgang Marschall
Regie: Wolfgang Marschall
Hinweis:
Dieses Programm wird von Sinasi Dikmen nicht mehr gespielt!

